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Modul 18 · 2/11

Die große italienische Falle: Redditi di Capitale vs. Redditi Diversi

Dies ist die wichtigste (und frustrierendste) Regel für Anleger in Italien. Das Gesetz teilt Kapitaleinkünfte in zwei 'Töpfe', die beim Verlustausgleich (minusvalenze) nicht vermischt werden dürfen.

Die zwei Töpfe:

  • Redditi di Capitale: Das sind die 'Früchte' einer Investition. Dazu gehören Dividenden, Anleihe-/Kontozinsen und – entscheidend – Gewinne aus dem Verkauf von Fonds oder ETFs.
  • Redditi Diversi: Das sind reine Kapitalgewinne (plusvalenze). Dazu gehören der Verkauf von Einzelaktien, Anleihen oder Kryptowährungen.
⚠️ Wichtig

Das Problem der Minusvalenze (Verluste): In Italien dürfen Steuerverluste NUR mit 'Redditi Diversi' verrechnet werden. Verluste können NIEMALS mit 'Redditi di Capitale' ausgeglichen werden. (Die 2023 verabschiedete Steuerreform sieht vor, die beiden Töpfe zusammenzulegen, um dieses Problem zu beseitigen, aber 2026 gilt die Trennung weiterhin.)

💡 Beispiel

Die ETF-Falle: Wer einen ETF mit 1.000 € Gewinn verkauft, für den gilt dies beim Fiskus als 'Reddito di Capitale', und er zahlt 26%. Wer einen ETF mit 1.000 € Verlust verkauft, handelt es sich um 'Reddito Diverso'. Ergebnis: ETF-Verluste können nicht mit ETF-Gewinnen verrechnet werden. Um diesen Verlust zu nutzen, müssen Gewinne aus dem Verkauf von Einzelaktien erzielt werden (die Redditi Diversi sind).