Dies ist die wichtigste (und frustrierendste) Regel für Anleger in Italien. Das Gesetz teilt Kapitaleinkünfte in zwei 'Töpfe', die beim Verlustausgleich (minusvalenze) nicht vermischt werden dürfen.
Die zwei Töpfe:
- Redditi di Capitale: Das sind die 'Früchte' einer Investition. Dazu gehören Dividenden, Anleihe-/Kontozinsen und – entscheidend – Gewinne aus dem Verkauf von Fonds oder ETFs.
- Redditi Diversi: Das sind reine Kapitalgewinne (plusvalenze). Dazu gehören der Verkauf von Einzelaktien, Anleihen oder Kryptowährungen.
Das Problem der Minusvalenze (Verluste): In Italien dürfen Steuerverluste NUR mit 'Redditi Diversi' verrechnet werden. Verluste können NIEMALS mit 'Redditi di Capitale' ausgeglichen werden.
Die ETF-Falle: Wer einen ETF mit 1.000 € Gewinn verkauft, zahlt 26% als 'Reddito di Capitale'. Wer einen ETF mit 1.000 € Verlust verkauft, handelt es sich um 'Reddito Diverso'. Ergebnis: ETF-Verluste können nicht mit ETF-Gewinnen verrechnet werden. Um diesen Verlust zu nutzen, müssen Gewinne aus dem Verkauf von Einzelaktien erzielt werden (die Redditi Diversi sind).